Selbstbehauptung und Gewaltprävention für Jungen
Zielgruppe
Das Training zeigt den Jungen, sich in Übergriffssituation aller Art adäquat zu verhalten.
Jungen sind das stärkere Geschlecht! Doch ist es wirklich so?
Die Realität sieht anders aus: Jungen sind auch Opfer - sie sind sogar häufiger der Gewalt ausgesetzt als Mädchen. Da aber auch das männliche Geschlecht eine Großzahl der Täter stellen, wird eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Thema erforderlich.
Gerade unser Programm - speziell für Jungen von 8 bis 12 Jahren - trägt dieser Situation Rechnung. Neben der Gewaltprävention, soll es den Teilnehmern mögliche Reaktionen auf Übergriffe aufzeigen. Ziel ist die eigene Persönlichkeit zu stärken, in dem die Kinder ihrer eigenen Wahrnehmung vertrauen. So sind sie aber auch vor allen anderen potentielle Gefahren wie z. B. Sucht gewappnet.
Kursinhalte
In Gruppenübungen sollen die Jungen ihre Wahrnehmung verbessern. Daher ist uns eine gute Lernatmosphäre während des Kurses sehr wichtig. Hier können die Teilnehmer unter sich sein, sodass ein gutes und lernförderliches Klima geschaffen werden kann.
Neben den Partnerübungen, in denen die Jungen Erfahrungen über die Wahrnehmung des eigenen Raumes und dem von anderen Personen sammeln, werden in Kleingruppen Übungen zur eigenen Distanzschwelle durchgeführt. Durch diese kursspezifischen Übungen respektieren die jungen Leute die Distanzschwelle anderer und können dadurch auch ihre eigene schützen.
Jungen möchten stets männlich wirken. Dabei kommt es zu verbaler und körperlicher Gewalt, wobei die eigenen Gefühle - z. B. Angst - unterdrückt werden. In verschiedenen Rollenspielen setzen sich die Jungen mit Angst und Unsicherheit auseinander. Durch die verschiedenen Situationen zeigen wir den Kindern ihr persönliches Provaktations- und Reaktionsschema und erarbeiten gemeinsam Möglichkeiten daraus auszubrechen. Aufgrund dieser Erfahrungen ist ein wichtiges Fundamet für die persönliche Desskalationsstragie gelegt und die Jungen können die ersten Schritte zu einer möglichen Konfliktlösung unternehmen.
Offenheit und Vertrauen ist uns wichtig, sodass wir in Gesprächsrunden über die Ängste und verschiedene Situationen sprechen. Uns ist auch bewusst, dass die Jungen in der Gruppe Nähe oft nur schwer zulassen. Daher nehmen wir uns hierfür viel Zeit.
Oft ist Mimik und Gestik in den beschriebenen Siutationen sehr wichtig. Deshalb ist ein Kursbestandteil die Wirkung der Körpersprache. Die bewusste Wahrnehmung der Umwelt steht im Vordergrund. Das Bauchgefühl - ein wichtiger Indikator für Gefahren, der im Ernstfall entscheidend für die passende Reaktion sein kann. Verschiedene Begrüßungsrituale, aber auch Vertrauens- und Wahrnehmungsspiele schärfen bei den Jungen das Bewusstsein und schulen somit das Bauchgefühl.
Sollte es dennoch zu einem Ernstfall kommen, lernen die Jungen auch Ausweich- und Abwehrbewegungen kennen.